Xoloitzcuintle Standard

FÉDÉRATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE
SECRÉTARIAT GÉNÉRAL: 13, Place Albert 1 – 96530 THUIN (Belg.)
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Neuer (aktuell gültiger) Standard in Englischer Sprache

FCI – Standard Nr. 234 / 28. 01. 2014 / EN

 

Alter Standard – in deutscher Sprache

FCI – Standard Nr. 234 / 13.07.2011 / DE

MEXIKANISCHER NACKTHUND
(Varietät ohne Haar & Varietät mit Haar)
(Xoloitzcuintle)

ÜBERSETZUNG: Brigida Nestler /Offizielle Originalsprache (ES)
Technische Leitung: Miguel Ángel Martinez
URSPRUNG: Mexiko.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES: 13. 10. 2010.

VERWENDUNG: Standardgrösse        Wachhund.
Intermediäre Grösse Wachhund.
Miniaturgrösse         Gesellschaftshund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 6 Hunde vom Urtyp.
Ohne Arbeitsprüfung.
PRÄAMBEL: Das Gen, das die Haarabwesenheit erzeugt, ist dominant. Jedoch werden manche Welpen mit Haar geboren. Die Kreuzung zwischen zwei Hunden ohne Haar erzeugt eine geringere Nummer Welpen mit Haar, infolgedessen ist dies vorgezogen. Es ist bestätigt dass diese Kreuzung die Qualität der Rasse Verbessert. Die Kombination in der Kreuzung zwischen zwei Hunde ohne Haar begünstigt die Erlangung eines letalen Gens (25% der Welpen homozygot), infolgedessen muss man spezielle Aufmerksamkeit setzen. Wegen des Selten der Rasse und die Schwierigkeiten mancher Züchter von entfernten Ortschaften, dürfen Sie, um ein Zuchtstock zu erlangen, Xoloitzcuintles mit Haar aber gut strukturiert benützen aber nie bei Ausstellungen vorführen. Die Paarung zwischen Xoloitzcuintle mit Haar ist nicht erlaubt. Der Lagerbestand von Xoloitzcuintles mit Haar für reproduktive Zwecke muss von registrierten Hunde abstammen mit wenigsten einer Generation von: Xoloitzcuintles ohne Haar mit Xoloitzcuintle ohne Haar als Ergebnis der Kreuzung.

Im Prähispanischen Mexiko wurde das Fleisch des Xoloitzcuintle oder Xoloitzuintli in „nahuatl“ (Azteken Sprache) als Speise angesehen, die die mexikanischen Eingeborenen in speziellen Zeremonien aßen, infolgedessen ist dies knapp geworden, in solchen Grad, dass die Rasse fast ausgestorben war. Die Federación Canófila Mexicana rettete die Rasse und benützt einen Xoloitcuintle in seinem Logo seit dem Jahr 1940.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Ursprung dieses Hundes liegt weit in der Geschichte zurück. Früher nährten sich die Eingeborenen von seinem Fleisch, welches sehr geschätzt war. Der Xoloitzcuintli in „Nahuatlsprache“ oder Xoloitzuintle in Spanich wurde als irdischer Vertreter des Gottes „Xolotl“ angesehen, von welchem offensichtlich sein Name stammt. Seine Aufgabe war, die Seelen der Verstorbenen bis zu ihrer ewigen Ruhestätte zu begleiten.
Die Hunde ohne Haare dieser Rasse sind auch als kahler mexikanischer Hund bekannt und die Hunde mit Haar sin von den Eingeborenen als itzcuintle bekannt.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Ohne Haar: Ein sehr attraktiver Hund. Seine Hauptcharakteristik ist die ganze oder fast ganze Haarabwesenheit mit weicher und glatter Haut. Sein Körper ist harmonisch proportioniert, seine Brust breit, sein Rippenkorb geräumig, seine Gliedmassen und seine Rute lang.
Mit Haar: Das ist ein mit sehr attraktivem Haar völlig bedeckter Hund; mit denselben harmonischen Proportionen des Hundes ohne Haar. Das Haar kann von irgendeiner Farbe, Länge und Textur sein. Sein Körper ist harmonisch proportioniert, seine Brust breit, sein Rippenkorb geräumig, seine Gliedmassen und seine Rute lang.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Der Körper gemessen von der Schulterspitze bis zur Hüftenspitze und von der Wiederristhöhe bis zum Boden ist etwas länger im Verhältnis der Höhe etwa 10:9. Die Hündinnen dürfen etwas länger sein als die Rüden wegen reproduktiver Funktion. Die Länge des Schädel und Fang ist ungefähr die gleiche.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Stiller und ruhiger Hund, fröhlich, aufmerksam und gescheit gegenüber Fremden misstrauisch; guter Wachhund, vorzüglicher Hausgenosse. Nie aggressiv.

KOPF

OBERKOPF:
Lupoiden Typ ist der Schädel breit, kräftig und keilförmig. Von oben gesehen, breit und elegant, er verjüngt allmählich gegen den Fang zu. Der Hinterhauptkamm ist wenig ausgebildet. Die oberen Begrenzungslinien des Nasenrückens und des Schädels sind fast parallel.
Stop: Nur leicht, aber doch deutlich markiert.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Der Nasenschwamm muss in den dunklen Hunden gut dunkel sein, kann Kaffee oder rosa in Hunden mit Bronzefarben, rosa oder braun in den blonden und gefleckt in den gefleckten Hunden sein.
Fang: Von der Seite betrachtet gerade; Ober-und Unterkiefer sehr stark.
Lefzen: Straff anliegend.
Kiefer / Zähne:
Xoloitzcuintle ohne Haar: Starke Kiefer. Die Schneidezähne schliessen eng in Form eines Scherengebisses. Die oberen Schneidezähne übertreffen die Unteren und berühren mit seiner innerlichen Seite die äußerliche Seite der unteren Schneidezähne und bilden einen quadratischen Kiefer. Ein Zangengebiss ist zulässig wo die Schneidezahnreihen direkt übereinander sind und sich mit der Kaufläche berühren.
Die Abwesenheit mancher Schneidezähne, Fangzähne, Prämolare und Molare, sowie gedrehte Zähne werden nicht bestraft da manche Exemplare keine tiefen Wurzeln haben. Genetisch ist die Haarabwesenheit und die Zahnabwesenheit intim verbunden, ‚
Xoloitzcuintle mit Haar: Man verlangt nach vollständigem Zähnen mit Schere oder Zangengebiss.

Die Zunge der Xolos ist allgemein rosafarben, aber kann schwarze Tupfen, Marken oder Striche haben, das ist eine gemeinsame Charakteristik in der Rasse. Immer drinnen im Mund
Backen: Wenig ausgebildet.
Augen : Von mittlerer Grösse, mandelförmig. Sie drücken Aufmerksamkeit und Lebhaftigkeit aus. Die Farbe der Augen ist entsprechend den verschiedenen Farben des Haarkleides vielfältig und geht von schwarz über braun, braunrot und bernsteinfarben bis zu gelb. Eine möglichst dunkle Farbe wird bevorzugt, und beide Augen sollen gleichfarbig sein. Augenlider gut pigmentiert, von schwarz über braun bis zu grau; heller gefärbte oder rosafarbene Flecken an den Lidern sind zulässig, jedoch nicht sehr erwünscht.
Ohren:
Xoloitzcuintle ohne Haar: Die Ohren sind lang, gross und ausdrucksvoll, sehr elegant und von feiner Beschaffenheit; sie erinnern an die Ohren einer Fledermaus. Bei Aufmerksamkeit werden sie immer aufgerichtet getragen, wobei ihre Achse einen Winkel von 50-80° zur Horizontalen bildet.
Xoloitzcuintle mit Haar: Die Ohren sind lang, groß und elegant. Sie können aufgerichtet sein oder fallen. Irgendeine Stellung ist annehmbar. Beide Ohren müssen in derselben Stellung sein wenn sie aufmerksam sind.

HALS:
Hoch getragen, leicht gewölbt. Verhältnismässig lang. Schlank, biegsam, gut bemuskelt und sehr elegant. Haut fest, elastisch, doch gut anliegend und ohne Wamme. Die Welpen weisen am Hals Falten auf, welche jedoch mit zunehmendem Alter verschwinden.

KÖRPER:
Rücken: Volkommen gerade.
Lenden: Kräftig und muskulös.
Kruppe: In Profil leicht konvex mit einer Verneigung von etwa 40° gegenüber der Horizontalen.
Brust: Von der Seite betrachtet ist sie lang und tief und reicht bis zu den Ellenbogen. Die Rippen sind leicht gewölbt, aber nie flach. Von vorne gesehen ist die Vorbrust angemessen breit; die Spitze des Brustbeins ist jedoch nicht vorragend.
Untere Profillinie und Bauch: Die untere Begrenzungslinie verläuft elegant. Unterleib muskulös und leicht zurückgezogen.

RUTE: Sie ist lang, dünn und mit etwas borstigem Haar versehen; und verjüngt sich gegen der Spitze zu in Xoloitzcuintle ohne Haar und völlig behaart in Xoloitzcuintle mit Haar. In der Bewegung wird sie hoch und in Form eines Bogens getragen; sie ist nie über den Rücken gerollt; in der Ruhe ist sie hängend und endet mit einem leichten Haken. Unter gewissen Umständen wird die Rute von unten gegen den Bauch gepresst, wegen der niedrigen Temperaturen oder Scheuheit. Die Rute muss bis zum Sprunggelenk reichen. Die Rute ist eine Verlängerung der Kruppe im Ruhestand des Hundes.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND:
Schultern: Flach und muskulös; die angemessene Winkelung des Schulterblatt-Oberarm-Gelenkes erlaubt einen guten, freien und eleganten Vortritt.
Oberarm: Von vorne gesehen gerade und senkrecht.
Ellenbogen: Kräftig; sie liegen dicht an der Thoraxwand; sie sind nie nach aussen gedreht.
Vorderpfoten: Diese sind mittellang (Hasenpfoten); die gewölbten, dicht aneinanderliegenden Zehen sind mit borstigem Haar im Xoloitzcuintle ohne Haar und behaart im Xoloitzcuintle mit Haar versehen. Die Krallen sind von schwarzer Farbe bei Tieren mit dunklem Haarkleid; sie sind heller gefärbt bei bronzefarbenem oder goldgelbem Haarkleid. Die Ballen sind hart und, bei jeder Bodenbeschaffenheit, sehr widerstandsfähig. Die Zwischenzehen-Membranen sind gut entwickelt. Afterkrallen müssen an allen Extremitäten entfernt sein, mit Ausnahme bei Hunde die in Länder sind wo es Gesetzlich verboten ist.

HINTERHAND:
Allgemeines: Hinterhand stark und gut bemuskelt. Von hinten betrachtet absolut gerade und zueinander parallel. Die Winkelungen des Becken-Oberschenkelgelenkes, des Kniegelenkes und des Sprunggelenkes sind angemessen offen, um eine freie und kräftige Aktion der Hinterhand zu gewähren. Kuhhessige Sprunggelenke sind streng zu bestrafen. Hinterhand niemals eng gestellt.
Knie: Gemäß gewinkelt.
Hinterpfoten: Siehe Vorderpfoten.

GANGWERK: Entsprechend seinen Winkelungen zeigt der Hund einen langen, eleganten und elastischen Schritt; der Trab ist rasch und fliessend, wobei Kopf und Rute immer hoch getragen werden.

HAUT:
Varietät ohne Haar: Wegen der vollständigen Haarlosigkeit hat die Haut bei dieser Rasse eine besonders grosse Bedeutung. Sie ist glatt und sehr sensibel bei der Berührung. Sie scheint wärmer zu sein, da die Wärme direkt ausstrahlt, wegen der Haarlosigkeit, dennoch ist die Körpertemperatur dieselbe wie bei Hunde mit Haar, deshalb verlangt diese Haut mehr Sorgfalt, da sie den natürlichen Schutz gegen Sonnenstrahlung und gegen die Unbill des Wetters entbehrt. Unfallnarben sind nicht zu bestrafen. Der Hund schwitzt an den Pfoten (an den Ballen und an der Interdigital-Membran) so das er nicht keucht, nur bei extremer Hitze. Er darf keine offensichtliche Hautkrankheiten haben.
Varietät mit Haar: Die Haut des Xoloitzcuintle mit Haar ist weich und muss völlig mit Haar Bedeckt sein.

HAARKLEID

Haar:
Varietät ohne Haar: Die wichtigste Eigenart dieser Rasse ist das vollständige Fehlen von Haar am Körper (Nackthund); dennoch weist er einige kurze, borstige und dichtstehende Haare von irgendwelcher Farbe an der Stirne und am Nacken auf. Diese Haare nie mehr als 2.5 cm. länge dürfen niemals einen langen und weichen Schopf bilden. Häufig ist etwas rauhes Haar an den Pfoten und gegen die Spitze der Rute hin vorhanden. Wenn aber an diesen Stellen kein Haar vorhanden ist, ist dies kein Fehler.
Varietät mit Haar: Haare im ganzen Körper, kann am Bauch und innerlichen Teil der Glieder knapp sein. Die Haare bedecken den ganzen Körper und sind jede Länge und Textur.

Farbe:
Varietät ohne Haar: Einfarbige Hunde und dunkle Farbtöne werden bevorzugt. Die Skala der Farben reicht von schwarz über schwärzlich-grau, schiefergrau, dunkelgrau, rötlich, leberfarben, bronzefarben bis goldgelb. Es kommen auch gefleckte Exemplare vor, weisse Flecken mit eingeschlossen oder Trikoloren . Varietät mit Haar: Er kann irgendeine Farbe oder Kombinationen der Farben in verschiedenen Tonarten vorstellen.

GRÖSSE UND GEWICHT:
Widerristhöhe: Es gibt drei Grösse-Varietäten, sowohl für Rüden als auch für Hündinnen.
• Varietät Standard: Von 46 bis 60 cm; eine Grösse bis zu 62 cm ist bei hervorragenden Exemplaren zulässig.
• Intermediäre Varietät: Von 36 bis 45 cm.
• Varietät Miniatur: Von 25 bis 35 cm.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.
• Kopf sehr breit.
• Haut schlaff, lose, mit Bildung von Falten in erwachsenen Hunde
• Haut des Halses lose mit Bildung von Falten in erwachsene Hunde.
• Übermässige Wamme.
• Augen heller Farbe, rund und vorquellend.
• Senkrücken (Lordose) oder aufgezogen (Xyphose)
• Abgefallene Kruppe.
• Übermässige Kuhhessige Sprunggelenke
• Rute über den Rücken gerollt.
• Flacher Fuß

SCHWERE FEHLER
• Langer und schmaler Körper mit kurzen Gliedern

DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
• Aggressiv oder ängstlich.
• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltenstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Atypische Hunde
• Blaue Augen oder blau befleckt innerhalb des Auges.
• Vor- und Rückbiss in irgendeiner Varietät, mit Haar oder ohne Haar.
• Hunde mit schlechtem Biss die eine schlechte Stellung der Kiefer zeigen.
• Hängezunge
• Kupierte oder hängende Ohren in Xoloitzcuintle Varietät ohne Haar.
• Kupierte Rute.
• Haare im Xoloitzcuintle ohne Haar, außer Kopf, Ohren, Hals, Füße und Rute.
• Xoloitzuintle mit Haar.
• Albinismus, blind oder taub.
• Widerristhöhe grösser als 62 cm oder kleiner als 25 cm.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.